Sandhamn: Einmal zur Sandinsel und zurück

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    Sandhamn Foto: Jessica Thorell

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    Sandhamns Bäckerei Foto: Jessica Thorell

Einmal komplett durch den Schärengarten durch bis ans offene Meer, umgeben von roten Fischerhäuschen, Kajaks und vielleicht noch eine schwedische Massage. Einmal im Jahr trifft sich auf der Insel Sandön mit dem Hauptort Sandhamn die schwedische und internationale Seglerelite, um von Sandhamn das Offshore-Race anzutreten. Auch sonst ist die Insel ein Treffpunkt um zu segeln und gesehen zu werden. Mit dem Mountainbike kann die Insel entdeckt werden und mit dem Kajak die Schären rund herum. Den Abend am besten im Spa des Seglerhotels anfangen und mit einem Algenbad oder einer Massage entspannen, zum Abendessen frischen Fisch genießen und den Abend dann mit einem Spaziergang zum wohl schönsten Strand des Schärengartens ausklingen lassen.

Ca. 09.30 Aufbruch in die Inselwelt
Am Morgen legt das Schiff „Cinderella" von Strandvägen in Stockholm Richtung Sandhamn ab. Es empfiehlt sich, vorher Karten online zu reservieren, um sicher zu gehen, dass man noch einen Platz bekommt, da die Schiffe besonders am Wochenende und bei schönem Wetter sehr voll sein können. Karten können aber auch an Bord in bar oder per Kreditkarte bezahlt werden.

Die aktuellen Fahrpläne finden Sie auf der Hompage der öffentlichen Verkehrsmittel in Stockholm: www.sl.se

Ca. 11.45 Ankunft in Sandhamn.
Der Hauptteil der Insulaner wohnt in Häusern am Hafen und im Gebiet zwischen dem Hafen und dem Lotsturm auf dem Berg. Wer die Nacht auf Sanhamn verbringt, sollte am besten gleich nach links abbiegen und im "Seglar-Hotel" einchecken. Das gepflegte Hotel bietet mit dem "Seglar-Restaurant" und dem Wellnessbereich perfekte Vorausstzungen für eine entspannende Nacht im Schärengarten.

Nachdem eingecheckt wurde, kann die Insel erkundet weden. Von der Anlegestelle aus auf der rechten Seite wird am besten die Uferpromenade entlangspaziert bis zu dem gelben großen Steinhaus, welches früher das Haus der königlichen Zollbeamten war (heute beherbergt es Mietwohnungen). Ein paar Meter rechts davon, in der nähe des Ufers, liegt das Sandhamn Museum in einem kleinen alten Bootshaus namens „Australia". Dort erzählen Sandhamns-Bewohner mit ausgeprägten Persönlichkeiten die Geschichte der Insel anhand allerhand skurriler Gegenstände. Genau neben dem alten Lotshaus gibt es eine Bäckerei – in einem kleinen roten Haus mit dem Schild „Sandhamns Bageri". Hier werden die „Seglar-Bullar" gesondert für die Offshore Regatta gebacken, sie sind allderings das ganze Jahr über zu erwerben. Unbedingt die Sandhamns-Variante der klassischen schwedischen Zimtschnecke zum Mitnehmen kaufen sowie ein paar belegte Brote, um für die Kajaktour am Nachmittag bestens gerüstet zu sein.

12.45 Die Kapelle
Auf dem höchsten Punkt der Insel liegt der Lotsenturm sowie die Kapelle Sandhamns. Von dort aus hat man eine sehr schöne Aussicht über die Insel sowie die gegenüberliegende Inseln Lökholmen, Kroksö und Korsö (Militäres Sperrgebiet). Beim Spazieren muss man versuchen, Kapelle und Turm nicht aus den Augen zu verlieren, weil man sich in dem alten Fischerdorf sonst leicht verirrt. Dies ist allerdings nicht so schlimm, weil man derweil die alten Holzhäuser entdecken kann, die alte Schule, die Jugendherberge und vieles mehr. Die Fischernetze der Fischer hängen oft an den Gartenzäunen der Bewohner, um in der Sonne zu trocknen. Die Kapelle ist nicht immer offen. Wer gerne die Kirche mit ihren vielen Votivschiffen (Gaben vor allem von Fischern, die aus einer Seenot entkommen sind und deshalb Gott versprochen haben, ein symbolisches Schiff der Kirche zu stiften) sollte Sonntags um 16.00 die Kapelle besuchen, dann ist nämlich Gottesdienst. Früher musste man sich für den Gottesdienst anmelden, sonst kam der Pfarrer nicht.

13.30 Mittagessen.
Es gibt an der Uferpromenade mehrere Restaurants in verchiedenen Preisklassen, die sich alle wunderbar für ein Mittagessen eignen. Das traditionelle "Sandhamns Värdshus" - das Wirtshaus Sandhamns, bietet sowohl ein eher gehobenes à la Carte Restaurant im ersten Stock, als auch ein einfacheres Essen im unterem Teil und passt somit gut für eine Verschnaufspause. Auf der Speisekarte stehen, ganz klassisch, viele Fischgerichte und Mehresfrüchte. Im unteren Teil wird, wie es für Schweden typisch ist, ein täglich wechselndes Mittagsmenü serviert. Dabei ist das Preis-Leistungs-Verhältnis besonders gut, weil immer Wasser und meist Brot oder Salat inklusive ist.

14.30 Sportlich durch den Schärengarten
Die „Sandhamn-Guides" vermieten unter anderem Mountainbikes und Meereskajaks vom 1. Juli bis zum 15. August. Der Schärengarten ist ideal zum Kajaken, weil die Inseln und Schären den Kajakfahrern vor Wind schützen. Die Sandhamn-Guides empfehlen gerne die perfekte Route je nach Windbedingungen des jeweiligen Tages. Die „Seglar-Bullar" des Vormittags können dann auf einer eigenen Insel im Schärengarten verzährt werden. Die Kajak- und Mountainbikevermietung befindet sich in einem kleinen Häuschen an der Uferpromenade, links vom Anlegesteg der „Cindarelle- und Waxholmschiffe". Ein Single Meereskajak kostet 450 SEK für einen ganzen Tag, ein Zweier-Kajak kostet 550 SEK. Wer die Kajaks nur einen halben Tag nutzen möchte, zahlt 100 SEK weniger. Die Meereskajaks sind von einem breiteren Modell und sind deshalb auch für Anfänger gut geeignet. Kajaks oder Fahrräder müssen bis spätestens 18 Uhr zurückgebracht werden.

17.00 Abends
Zurück in Sandhamn. Kajakabgabe. Nach der vielen sportlichen Bewegung kann man sich auch mal etwas gönnen. Der Wellnesbereich des Segler-Hotels bietet nicht nur für Hotelgäste Behandlungen an. Bei einer klassischen Sandhams-Massage werden die müden Gelenke vom Paddeln wieder erfrischt, bei einem Kurbad mit Peeling und Massage bekommt der ganze Körper neues Leben. Unbedingt zwei bis drei Wochen vorher buchen, um sicher zu stellen, dass auch die erwünschte Behandlung zu Verfügung steht. Pool und Sauna können auch für Nicht-Gäste ohne Vorbuchung für 50 SEK genutzt werden.

18.30. Essenszeit.
Das Segler-Hotel hat eine ausgezeichnete Küche, die als einer der besten des Schärengartens angepriesen wird. Der Hering ist ausgezeichnet wie alle Fischgerichte der Küche. Draußen auf der Terrasse schmeckt der Fisch am besten

20.00 Trovill – Der vielleicht schönste Strand des Schärengartens
Vom Wirtshaus aus geht man etwa 20 Minuten bis zu dem Sandstrand Trovill (so wird der französisch – edel klingende Name auf Schwedisch geschrieben) der sich auf der Südostseite der Insel befindet. Die Strecke durch den Fichtenwald ist wunderschön und ist ein einzigartiges Naturgebiet mit der Mischung aus Fichten, Moos und Sand. Am Strand selber gibt es keine besonderen Einkaufsmöglichkeiten und es wird „wild gebadet". Handtücher sind selber mitzubringen, keine Liegen werden gestellt und FKK ist nicht üblich. Die hellen Nächte machen sogar Mitternachtsbaden möglich.

Ca. 22.00. Rückkehr nach Sandhamn
Bei einem Bier oder bei einem Glas Wein in der "Segler-Bar" geht der Tag in Sandhamn zu Ende. Auch hier genießt man einen schönen Blick auf das Wasser. Ein Hinweis: Seeluft macht müde. Wer Abends noch ausgehen möchte, ist hier fehl am Platz.

08.30 Frühstücksbuffet
Nachdem gut gefrühstückt wurde und die Souverniers des Vortags eingepackt wurden, ist es Zeit, wieder Richtung Stockholm aufzubrechen. Die Schiffe fahren Montag bis Freitag am Morgen über Stavsnäs zurück nach Stockholm. In Stavsnäs wartet der Bus auf die Fähre, insgesamt dauert die Fahrt unter zwei Stunden. Am Wochenende fahren die Schiffe später.

Der aktuelle Fahrplan hängt jeweils an der Anlegestelle des Schiffs. Zur Not gibt es auch Taxi-Boote die fast jederzeit, auch spät in die Nacht zwischen Sandhamn und Stavsnäs fahren. Von Stavsnäs kann man per Bus zurück nach Stockholm fahren, der letzte Bus fährt immer kurz nach 22.30, sieben Tage die Woche.

Wer noch mehr Zeit für den Schärengarten mitbringt, kann von Sandhamn aus noch weitere Auflüge zu den umliegenden Inseln machen. Der Schärengarten sieht sehr verschieden aus, je nach dem ob man den inneren, mittleren oder äußeren Teil des Inselreichs besucht. Obwohl Sandhamn ganz klar zu den äußeren Schären zugeordnet werden kann, ist es sehr ungewöhnlich, dass auf einer Insel im äußeren Teil so viel Wald zu sehen ist – und auch so viel Sand. Einer der schönsten und interessantesten Inseln des Schärengartens ist Bullerö.

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