DOKU.ARTS: PROZESS UND GEDÄCHTNIS DER KÜNSTE
EINE WERKSCHAU
Als zeitbasiertes Medium ist der Dokumentarfilm prädestiniert dafür, Momente des künstlerischen Schaffens festzuhalten und zu rekonstruieren. Wie arbeiten Künstlerinnen und Künstler im 20. und 21. Jahrhundert? Wie lässt sich ihr künstlerisches Schaffen darstellen, evozieren, rekonstruieren? Unter dem Titel PROZESS UND GEDÄCHTNIS DER KÜNSTE präsentiert DOKU.ARTS, das 2006 vom Künstlerischen Leiter und Dokumentarfilmregisseur Andreas Lewin in der Berliner Akademie der Künste gegründet wurde und das in den vergangenen drei Jahren im Nederlands Filmmuseum in Amsterdam zu Gast war, vom 19. September bis 14. Oktober eine in Europa einmalige Werkschau. In 30 Dokumentarfilmen werden die Schaffensprozesse von Musikern, Schriftstellern, Tänzern, Architekten, Filmregisseuren und Bildenden Künstlern lebendig. DOKU.ARTS zeigt dabei auch die Vielfalt der dokumentarischen Genres und die Experimentierfreudigkeit der zeitgenössischen Filmemacherinnen und Filmemacher. Von der Langzeitbeobachtung über den Essay- und Kompilationsfilm bis hin zur Hommage ist der Reichtum des zeitgenössischen Dokumentarfilms zu erleben. Einen besonderen Höhepunkt stellen in diesem Jahr die Programme mit brasilianischen Filmen zur Kunst dar, die DOKU.ARTS in Zusammenarbeit mit dem Instituto Moreira Salles in Rio de Janeiro zeigt und die – wie zahlreiche andere Filme – erstmals in Deutschland zu sehen sind. Fast alle Regisseure stellen ihre Filme persönlich vor.
Det är en dag imorgon också
Tomorrow's Another Day
S 2011, R/S: Johan Carlsson, K: Pehr Arte, Johan Carlsson, 90' HD, OmeU
Roy Andersson gehört zu den eigenwilligsten zeitgenössischen Filmregisseuren des schwedischen Kinos, unter anderem bekannt durch seine Filme Songs from the Second Floor (2000) und You – The Living (2007). Vier Jahre dauerten die Dreharbeiten seines letzten Films, der teilweise im eigenen „Familienfilmstudio" in Stockholm entstand. Roy Anderssons Arbeitsprozess ist einzigartig. Das Konstruktionsprinzip seiner Filmsets beruht auf der Methode des Trompe-l'œil, eine spezielle Technik zur Herstellung von optischen Illusionen. Der ehemalige Werbefilmer verzichtet auf jegliche Spezialeffekte, alles wird von seinem eingeschworenen Studio 24 Team selbst gezimmert und ausprobiert.
Die Filmemacher Johan Carlsson und Pehr Arte, beide langjährige Teammitglieder von Andersson, begleiteten die Entstehungsgeschichte des Spielfilms, der 2007 seine Premiere in Cannes erlebte. Nach weiteren drei Jahren ist nun auch der Dokumentarfilm zu sehen, den DOKU.ARTS bereits 2008 als Work-in-progress in Amsterdam präsentierte. Carlsson und Arte erzählen vom Teamgeist, der Liebe zum Kino und dem künstlerischen Arbeitsprozess von Roy Andersson aus nächster Nähe. Ein seltenes Dokument, welches das Ausmaß der Herausforderung, die Komik und Humanität von Kino als Kunst und Arbeit gekonnt vor Augen führt.
am 2.10.2012 um 20.00 Uhr in Anwesenheit von Johan Carlsson
am 7.10.2012 um 18.00 Uhr
Zeughauskino
Deutsches Historisches Museum
(Zeughausgebäude Eingang Spreeseite)
Unter den Linden 2
10117 Berlin
Homepage: http://doku-arts.de/2012/de/