26 Sep - 14 Nov 2009
Bruno Mathsson-Ausstellung
Berlin
Als Autodidakt in der südschwedischen Provinz, fernab der Zentren der Avantgarde, schuf der schwedische Designer Bruno Mathsson ein einzigartiges Werk. Mathsson entwarf leichte, anmutige Formholzmöbel, die dank seiner Beschäftigung mit dem, was er die „Mechanik des Sitzens“ nannte, noch heute Moderne und höchsten Komfort verkörpern. Die schwedische Designgallerie Jacksons (Berlin) zeigt seltene Möbel und Designobjekte Bruno Mathssons. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf dem frühen Bugholzdesign der 30er und 40er Jahren. Neben berühmten Klassikern, wie dem Eva- und Pernilla-Stühlen oder dem Tisch „Superellipse“ werden weitgehend unbekannte Entwürfe, wie etwa eine der seltenen Skulpturen Bruno Mathssons zu sehen sein. Als gelernter Tischler schätzte Mathsson das enorme Potential von Holz im modernen Design. Wie Alvar Alto war Mathsson sehr naturverbunden und stark geprägt von seiner skandinavischen Heimat. Organische, schlichte, elegante Formen kennzeichnen seine Interieurs.
Als sechste Generation in eine Familie von Tischlern geboren, lernte Mathsson das Handwerk in der traditionell ausgerichteten Werkstatt seines Vaters. 1929/30 studierte er aktuelle Fachliteratur aus dem Kunstgewerbemuseum in Göteborg und befreite sich so von dem traditionellen Stildenken.
Mathsson schlug einen sehr individuellen Weg ein, dem er über die Jahre treu blieb. Sein Ziel war es, die ideale Sitzkurve zu ermitteln. Hierzu führte er zahlreiche Versuche durch. Sein ergonomisches Design erlaubte ihm letztlich - bei optimalen Komfort - auf Federn und Polsterungen zu verzichten. Indem er Sattelgurte als tragendes Material einsetzte, gewannen seine Stühle ihre charakteristische Leichtigkeit und die schlichte Eleganz ihrer Silhouetten.
Schon bald nach seiner ersten Einzelausstellung im Röhsska-Museum (Göteborg) im Jahre 1936 gelangte Mathsson zu internationaler Anerkennung. 1937 nahm er an der Weltausstellung in Paris teil, wo sein Tagesbett mit dem Gran Prix ausgezeichnet wurde. Bereits 1939 kaufte das MOMA Stühle von Mathsson an. In den USA nahm Mathsson in den folgenden zehn Jahre an verschiedenen Ausstellungen teil. Hier gewann er berühmte Förderer, wie Frank Lloyd Wright, der Mathssons Stühle in seinen Interieurs einsetzte. Mathssons erste Schaffensperiode als Designer endete mit seinem Amerikaaufenthalt in den Jahren 1948/1949. Durch das MOMA lernte er führenden Architekten der Zeit kennen, die ihn dazu inspirierten, selbst als Architekt tätig zu werden. Für mehr als 10 Jahre gab Mathsson daraufhin seine Arbeit als Designer auf. Mathsson ist ohne Zweifel eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten des skandinavischen Designs. Trotz seines weltweiten Erfolgs, insbesondere in den USA, ist Mathsson in Deutschland weitestgehend unbekannt. Die Mathsson-Ausstellung in Berlin ist eine der ersten Einzelausstellung in Deutschland.
Jacksons Berlin Lindenstr. 34 10969 Berlin
Homepage: www.jacksons.se
Vernissage am 25. September 2009 von 18 bis 21 Uhr.
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